Korseby Online - Orobanchaceae

Orobanchaceae

Die Sommerwurzgewächse umfassen neuerdings mehrere Verwandtschaftskreise, in denen sich unabhängig voneinander Parasiten entwickelt haben.

Index

Lathraea squamaria (Schuppenwurz)

lathraea squamaria
Lathraea squamaria
Die Schuppenwurz Lathraea squamaria ist eine Pflanzenart aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Ökologie
Die Schuppenwurz ist ein Geophyt und überdauert den Winter über ihr reich verzweigtes Rhizom. Sie ist ein Holoparasit und wird zu den Blutungssaftschmarotzern (Xylemparasiten) gezählt, da sie mit Hilfe von speziellen unterirdischen Saugorganen (Haustorien) den Saft von anderen Pflanzen ansaugt. Dabei nimmt sie einen Sonderstatus unter den Holoparasiten ein, indem sie den Pflanzensaft aus dem Xylem der Wirte anzapft und nicht wie sonst ausschließlich das Phloem angezapft wird. Normalerweise ist das Xylem der Wirtspflanzen, welche fast immer Bäume sind, verholzt. Da im Frühjahr das Xylem der Bäume jedoch mit organischen Verbindungen und Pflanzensäften durchtränkt ist, ermöglicht das der Schuppenwurz, im Frühjahr aufzublühen. Sie parasitiert vornehmlich an Haseln, Erlen, Pappeln, Weide und Buchen.

Als Bestäuber fungieren vor allem Insekten wie Hummeln. Es kommt nicht selten vor, dass die vorweiblichen Blüten auch durch den Wind bestäubt werden (Anemophilie). In kalten Jahreszeiten können die Blüten sich auch unterirdisch bilden. Hier kann es dann zur Bestäubung kommen, ohne dass sich die Blüten öffnen. (Kleistogame Blüten)

Die langlebigen Samen müssen näher als 1 cm an der Wirtswurzel liegen, um auskeimen zu können. Sie werden zumeist durch Wind, Wasser oder durch Ameisen ausgebreitet.

Vorkommen
Die Schuppenwurz blüht von März bis April direkt nach der Schneeschmelze wenn die Wirtsbäume gerade mit dem Wassertransport beginnen. Jedoch kommt es erst im Alter von etwa 10 Jahren zu einer Blühreife. Die Schuppenwurz kommt in ganz Deutschland zerstreut vor und ist vereinzelt auch in anderen Teilen Europas und West-Asiens zu finden.

Erkennungsmerkmale
Die Schuppenwurz ist ein fast chlorophyllfreier Holoparasit, der oberirdisch eine etwa 10 bis 30 cm hohe mehrjährige krautige Pflanze ausbildet. Unterirdisch bildet sie ein reich verzweigtes bis zu 2 m langes Rhizom aus, das ein Gewicht von bis zu 5 kg erreichen kann.
Das Rhizom ist mit fleischigen stärkereichen Schuppen besetzt, die umgewandelte Niederblättchen mit Speicherfunktion darstellen. Das Rhizom besitzt zudem kleine Saugorgane (Haustorien), mit denen die Pflanze in das Xylem von Bäumen oder anderen Wirtspflanzen eindringt und dort deren Saft saugt.
Da die Schuppenwurz keine Blätter ausbildet, fehlt der Transpirationssog der die Assimilate von der Wurzel in die oberen Teile der Pflanze saugt. Der Stängel besitzt deshalb spezielle Wasserdrüsen (Hydathoden), die das Wasserpotential zwischen Wirt und Parasit aufrecht erhalten, indem sie aktiv Wasser ausscheiden oder aufnehmen. Die Blüten sind trübrosa gefärbt und in einer einsetswendigen übergebogenen Traube angeordnet.

Orobanche alsatica subsp. libanotides (Bartlings Sommerwurz)

orobanche alsatica subsp libanotides
Orobanche alsatica subsp. libanotides ist eine vollparasitische Pflanze, die auf Libanotis pyrenaica parasitiert.

Orobanche caryophyllacea (Nelken-Sommerwurz)

orobanche caryophyllacea
Orobanche caryophyllacea

Orobanche purpurea (Violette Sommerwurz)

orobanche purpurea
Orobanche purpurea
orobanche purpurea detail
Orobanche purpurea

Orobanche epithymum (Syn. O. alba) (Quendel-Sommerwurz)

Orobanche elatior (Große Sommerwurz)

orobanche elatior
Orobanche elatior

Rhinanthus angustifolius subsp. angustifolius / Rhinanthus serotinus subsp. serotinus
(Schmalblättriger Klappertopf)

rhinanthus angustifolius ssp angustifolius
Rhinanthus angustifolius
rhinanthus angustifolius ssp angustifolius stack
Rhinanthus angustifolius
rhinanthus angustifolius ssp angustifolius detail
Rh. angustifolius Detail
Der Schmalblättrige Klappertopf Rhinanthus angustifolius ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rachenblütler (Scrophulariaceae).

Er wurde 2005 als Blume des Jahres gewählt.

Seinen deutschen Namen verdankt der Klappertopf seinen reifen Früchten, in denen die Samen klappern, wenn sie bewegt werden.

Vorkommen
Der große Klappertopf wächst von Mai bis August auf feuchten Wiesen, lichten Wäldern oder sonnigen Hängen. Im Norden, wo er häufiger vorkommt als im Süden Deutschlands, ist er auch in Dünen zu finden.

Erkennungsmerkmale
Der große Klappertopf wird 20 bis 50 cm hoch. Er besitzt eine etwa 20 mm große Blumenkrone mit einem geschlossenem Schlund. Der Stängel ist kahl oder schwach zweizeilig behaart. Die unteren Tragblätter besitzen 4 bis 8 mm lange Zähne. Im Gegensatz zum kleinen Klappertopf (Rhinanthus minor) ist die Rückenlinie der Blütenkronröhre gekrümmt und die Zähnchen an der Oberlippe sind höher als ihre Breite an der Basis beträgt. Diese Zähnchen sind meist blau-violett gefärbt.

Rhinanthus minor subsp. minor
(Gewöhnlicher Kleiner Klappertopf)

rhinanthus minor ssp minor
rhinanthus minor ssp minor detail
Der Kleine Klappertopf ist ein Halbschmarotzer, der vorwiegend an den Wurzeln von Süßgräsern, manchmal auch an Getreidepflanzen parasitiert.

Seinen deutschen Namen verdankt der Klappertopf seinen reifen Früchten, in denen die Samen klappern, wenn sie bewegt werden.

Vorkommen
Er wächst von Mai bis September auf feuchten unberührten Wiesen sowohl im Flach- als auch im Hochland (bis 2000 m).

Erkennungsmerkmale
Der kleine Klappertopf wird 15 bis 40 cm hoch. Er besitzt eine bis 15 mm große Blütenkrone mit 2 etwa 1 mm langen weiß-bläulichen Zähnchen. Die Rückenlinie der Blütenkronröhre ist im Gegensatz zum großen Klappertopf gerade. Die Tragblätter sind spitz dreieckig und gezähnt. Der Stängel besitzt häufig eine schwarze Strichelung.

Rhinanthus minor subsp. stenophyllus
(Kälteliebender Kleiner Klappertopf)

rhinanthus minor ssp stenophyllus
Rhinanthus minor subsp.
stenophyllus

Rhinanthus glacialis (Grannen-Klappertopf)

rhinanthus glacialis
Rhinanthus glacialis
rhinanthus glacialis detail
Rhinanthus glacialis

Rhinanthus alectorolophus (Zottiger Klappertopf)

rhinanthus alectorolophus
Rhinanthus alectorolophus

Euphrasia officinalis subsp. rostkoviana (Wiesen-Augentrost)

euphrasia officinalis ssp rostkoviana
E. officinalis subsp. rostkoviana
euphrasia officinalis ssp rostkoviana habitus
E. officinalis subsp. rostkoviana

Euphrasia stricta subsp. stricta (Steifer Augentrost)

Euphrasia stricta subsp. tenuis (Später Augentrost)

Euphrasia stricta subsp. suecica (Schwedischer Augentrost)

Euphrasia micrantha (Schlanker Augentrost)

euphrasia micrantha
Euphrasia micrantha

Euphrasia hirtella (Zottiger Augentrost)

euphrasia hirtella
Euphrasia hirtella

Euphrasia frigida (Nordischer Augentrost)

euphrasia frigida
Euphrasia frigida

Euphrasia minima (Zwerg-Augentrost)

euphrasia minima
Euphrasia minima
euphrasia minima weiss
Euphrasia minima
weißblühende Form

Euphrasia picta (Bunter Augentrost)

euphrasia picta
Euphrasia picta

Euphrasia salisburgensis (Salzburger Augentrost)

euphrasia salisburgensis
Euphrasia salisburgensis

Melampyrum pratense (Wiesen-Wachtelweizen)

melampyrum pratense
Melampyrum pratense
Der Wiesen-Wachtelweizen Melampyrum pratense ist ein einjähriger Hemiparasit, der mit seinen knotenartig geformten Saugorganen an den Wurzeln anderer Pflanzen schmarotzt. Solche sind bevorzugt Fichten. Die Pflanzenart weist einen besonderen Saisondimorphismus aus. Er kann je nach Jahreszeit und Umweltbedingungen verschiedene Ökotypen ausbilden, die oft in vernale, aestivale und autumnale Jahreszeiten-Typen und campicole und monticole Höhen-Typen unterschieden werden. Taxonomisch werden diese Ökotypen von einigen Autoren als Unterarten angesehen, doch ist deren Stellung umstritten. Durch den Besitz an Aucubin ist der Wiesen-Wachtelweizen schwach giftig.

Vorkommen
Der Wiesen-Wachtelweizen wächst in mäßig trockenen lichten Laub- oder Laubmischwäldern, an deren Rändern, in Nieder- und Hochmooren, in Heiden und an sauren schattigen Standorten. Er meidet jedoch kalkhaltige Böden. In Deutschland ist er zerstreut verbreitet, in einigen Teilen sogar selten. Er kommt zudem im übrigen Europa bis nach West-Sibirien vor.

Erkennungsmerkmale
Der Wiesen-Wachtelweizen wird 10 cm bis 50 cm groß und blüht zwischen Mai und August. Seine Blüten weisen lanzettliche grüne Deckblätter auf, die ganzrandig sind und am Grund keilartig verschmälert und abgerundet sind. Die Einzelblüten stehen in einseitswendigen Ähren, wobei die unteren entfernt stehen. Die 12 bis 20 mm lange Krone ist gelblichweiß bis sattgelb gefärbt, ist keulenartig geformt und bildet eine lange gerade Röhre. Selten kann sie auch purpurn überlaufen sein. Die Kronröhre ist mindestens doppelt so lang wie der unbehaarte Kelch, dessen Kelchzähne fast anliegend sind. Die Kapselfrüchte sind zweispaltig und enthalten nur wenig Samen. Sie werden häufig von Ameisen ausgebreitet.

Melampyrum arvense (Acker-Wachtelweizen)

melampyrum arvense
Melampyrum arvense
melampyrum arvense habitus
Melampyrum arvense

Melampyrum nemorosum (Hain-Wachtelweizen)

melampyrum nemorosum
Melampyrum nemorosum

Melampyrum sylvaticum (Wald-Wachtelweizen)

melampyrum sylvaticum
Melampyrum sylvaticum

Melampyrum cristatum (Kamm-Wachtelweizen)

melampyrum cristatum
Melampyrum cristatum
Der Kamm-Wachtelweizen Melampyrum cristatum ähnelt auf dem ersten Blick Melampyrum pratense. Seine gelblich weißen Blüten sind jedoch purpurn überlaufen und stehen in allseitswendigen Ähren. Die kalkliebende Pflanze wird 50 cm groß, blüht von Juni bis September und besiedelt trockene bis frische, lichte Eichen- und Kiefernwälder und deren Ränder, lichte Gebüschsäume und Halbtrockenrasen. Die Art kommt in Deutschland nur selten bis zerstreut vor. In den letzten Jahrzehnten ist eine Abnahme der Bestände zu erkennen, so dass der Kamm-Wachtelweizen in Deutschland als gefährdet gilt (Rote Liste 3). Soziologisch lässt die Art sich der Assoziation Querco-Ulmetum und dem Verband Quercion pubescenti-petraeae am besten zuordnen.

Odontites vernus (Frühlings-Zahntrost)

odontites vernus
Odontites vernus
Der Frühlings-Zahntrost Odontites vernus blüht nur im Mai und Juni und unterscheidet sich von Odontites vulgaris durch die spitzwinklige Beastung. Die 1 bis 4 Astpaare nehmen dabei einen Winkel von 20° bis 40° ein. Die Blätter des Frühlings-Zahntrostes sind zudem spitz, nicht fleischig und länger als die Blüten. Am Ende der Blütezeit ragt der Griffel aus der Krone heraus. Die Pflanze kommt zumeist auf Äckern und in kurzlebigen Unkrautfluren vor. Pflanzensoziologisch kann er als Kennart des Verbandes Aperion spica-venti angesehen werden. Die europaweit verbreitete Art kommt in Deutschland nur selten vor. In einigen Bundesländern ist er auf der Roten Liste.

Odontites vulgaris (Gewöhnlicher Augentrost)

odontites vulgaris
Odontites vulgaris
odontites vulgaris habitus
Habitus von O. vulgaris

Odontites litoralis (Salz-Augentrost)

odontites litoralis
Odontites litoralis
odontites litoralis detail
Odontites litoralis Detail

Odontites luteus (Gelber Zahntrost)

odontites luteus
Odontites luteus

Pedicularis sylvatica (Wald-Läusekraut)

pedicularis sylvatica
Pedicularis sylvatica
pedicularis sylvatica blatt
Blatt von P. sylvatica
pedicularis sylvatica fruchtstand
P. sylvatica Fruchtstand
Das scharf schmeckende Wald-Läusekraut Pedicularis sylvatica ist durch den Gehalt an Aucubin giftig. Früher wurde es gegen Läuse verwendet, daher stammt auch der deutsche Name. Die zweijährige Pflanze überdauert den Winter als Hemikryptophyt. Die homogamen Blüten stehen schief, was von den bestäubenden Insekten eine hohe Lernfähigkeit erfordert. Um an den vom Diskus abgesonderten Nektar zu gelangen, müssen die Insekten eine nur etwa 0,5 mm große Öffnung in der Kronröhre auseinander drücken. Einige Erdhummeln können nur durch das Anbeißen der seitlichen Abschnitte der Kronröhre an den Nektar gelangen, da ihr Rüssel zu kurz ist. Deshalb erscheinen viele Blüten auch angefressen. Die zweisamigen Kapselfrüchte werden durch den Wind ausgebreitet.

Vorkommen
Das Wald-Läusekraut findet man zwar auch auf Feuchtwiesen von Wäldern, es kommt jedoch häufiger in nassen Flächen von Flach- und Quellmooren und an Grabenrändern vor. In Deutschland reicht seine Verbreitung von zerstreut bis selten. Derzeit gehen seine Bestände jedch stark zurück, was vor allem daran liegt, dass extensiv genutzte Frisch- und Feuchtwiesen brachliegen, Feuchtwiesen trockengelegt und solche Gebiete zunehmend intensiv beweidet werden. Deshalb befindet sich die Pflanze auch auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands und ist dort momentan als Gefährdet (Klasse 3) eingestuft. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist die Pflanze sogar vom Aussterben bedroht (Klasse 1).
Das Wald-Läusekraut kommt in den submeridionalen bis nördlich temperaten Klimazonen vom Flach- bis in das Hügelland vor. Es ist sonst nur in Europa verbreitet.

Erkennungsmerkmale
Das Wald-Läusekraut wird nicht größer als 20 cm und besitzt mehrere, dafür meist einfache Stängel, wovon die seitlichen häufig liegend sind und der mittlere aufsteigend und fast vom Grund Blüten trägt. Die deutlich gestielten, pink bis rosa gefärbten Blüten sind in einen 5-zähligen ordentlich augebildeten Kelch, der gezähnelte Abschnitte besitzt, und in eine verwachsene Krone geteilt, die mit ihrer Röhre über den Kelch heraus ragt und eine Ober- und Unterlippe ausbildet. Die Oberlippe ist meist mit einem relativ kurzen Schnabel versehen und ihr Vorderteil, der als Helm bezeichnet wird, ist steil abfallend und weist zwei nach unten gerichtete Zähnchen auf. Die Unterlippe ist kahl. Der Samen befindet sich in zweifächrigen, mehrsamigen Kapseln und ist hellbraun gefärbt.

Pedicularis palustris subsp. palustris (Gewöhnliches Sumpf-Läusekraut)

pedicularis palustris ssp palustris
Pedicularis palustris subsp.
palustris
pedicularis palustris ssp palustris bluete
Pedicularis palustris subsp.
palustris Blüte

Pedicularis palustris subsp. borealis (Nördliches Sumpf-Läusekraut)

pedicularis palustris ssp borealis
Pedicularis palustris subsp.
borealis

Pedicularis verticillata (Quirlblättriges Läusekraut)

pedicularis verticillata
Pedicularis verticillata

Pedicularis gyroflexa (Gedrehtblütiges Läusekraut)

pedicularis gyroflexa
Pedicularis gyroflexa

Pedicularis rostrato-spicata (Ähren-Läusekraut)

pedicularis rostrato-spicata
Pedicularis rostrato-spicata

Pedicularis ascendens (Aufsteigendes Läusekraut)

pedicularis ascendens
Pedicularis ascendens
pedicularis ascendens detail
Pedicularis ascendens