Korseby Online - Pelliaceae

Pelliaceae

Die Lebermoosfamilie Pelliaceae bildet ein wenig an Flechten erinnernde Thalli aus, die einen undeutlichen Mittelstreifen aufweisen.

Pellia endiviifolia (Endivienartiges Beckenmoos)

pellia endiviifolia
Pellia endiviifolia
Pellia endiviifolia, das Endivienartige Beckenmoos oder Kelch-Beckenmoos, ist ein diözisches thallöses Lebermoos.

Erkennungsmerkmale
Die dünnen, durchsichtigen Thalli von Pellia endiviifolia sind hellgrün bis dunkelgrün gefärbt. Sie sind gabelig geteilt, zungen bis keilförmig, etwa 4 bis 5 cm lang und 2 bis 9 mm breit. Es wächst in einzelnen Gruppen oder in ausgedehnten Rasen. Die Thallusränder sind nicht selten wellig gekräuselt. Die charakteristischen, quadratisch bis kurz rechteckigen Thallusrandzellen sind etwa 40 bis 70 µm lang und 20 bis 50 µm breit. Die Thallusspitzen weisen auf der Unterseite einige Schleimhaare, die aus bis zu 8 Zellen bestehen, auf. Die Spitzen können im Herbst abfallen und dienen der vegetativen Vermehrung. Die Zellen im Inneren sind zwischen 70 und 120 µm lang und etwa 25 bis 55 µm breit. Weibliche Pflanzen sind meist größer als die männlichen. Sie bilden aufrechte, bis 5 mm lange Perichaetien, deren Kalyptra kurz ist. Eine Sporenreife erfolgt relativ selten im Frühjahr.

Vorkommen
Das für quellige Kalkstandorte in Laubwäldern typische Lebermoos besiedelt offene, basen- und kalkreiche bis basisch-neutrale, frische bis nasse, schattige bis halbschattige, lehmige, tonige, steinig-sandige, humusarme Böden an Wegrändern, Ausstiche, Tongruben, Ufer von Gewässern, selten auch in Gärten oder neuerdings verschleppt in Gewächshäusern. Häufige Begleitmosse sind Dicranella varia, Barbula fallax oder Bryum pseudotriquetrum. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Europa.

pellia endiviifolia detail
Pellia endiviifolia
Detail
pellia endiviifolia thallus
Pellia endiviifolia
Thallus (40x)
pellia endiviifolia thallusrand
Pellia endiviifolia
Thallusrand (250x)

Pellia epiphylla (Gemeines Beckenmoos)

pellia epiphylla
Pellia epiphylla
pellia epiphylla gametangien
Pellia epiphylla
Gametangienstände
Erkennungsmerkmale
Die gabelig verzweigten, etwa 3 bis 5 cm langen und 1 bis 1,5 cm breiten Thalli von Pellia epiphylla sind hell- bis dunkelgrün, manchmal auch rötlich gefärbt. Es wächst zumeist in kleineren Gruppen oder auch in wunderbaren großen Beständen. Der Thallusrand ist oft durchsichtig und wenig gewölbt. Die recht breite Thallusrippe ist etwa 10 bis 15 Zellen dick. Diese weisen besondere, schwach rötliche Verdickungsleisten auf. Das monözische Moos bildet Antheridien aus, die in Einbuchtungen hinter den buchtigen, taschenartigen Perichaetien liegen. Die große Kalyptra überragt die Perichaetien. Sporenkapseln werden vor allem im Frühjahr bei einsetzender Wärme bereits nach wenigen Stunden bis Tagen gebildet, was auch bei Kultivierungen beobachtet werden kann.

Vorkommen
Pellia epiphylla besiedelt kalkarme, meist saure, frische bis nasse, halbschattige bis schattige Standorte auf humusarmer, sandiger oder lehmiger Erde, seltener auch an Baumbasen. Es ist an Wegrändern, auf Fahrspuren, an Gewässerrändern oder auf überrieseltem Gestein vor allem in Wäldern, aber auch in schattigen Quellmooren zu finden. Typische Begleitmoose sind Atrichum undulatum, Calypogeia fissa, Eurhynchium hians, Mnium hornum oder Plagiomnium undulatum.